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Praktische Hinweise für Ihren Aufenthalt in Aserbaidschan
Informationen für die An- und Abreise 
Einreise
· Für die Einreise nach Aserbaidschan ist ein Visum erforderlich. Die aserbaidschanische Botschaft (Konsulat) stellt Transit-, Touristen- oder Geschäftsvisa aus. www.azembassy.de
· Die Einreiseformalitäten verlaufen in der Regel problemlos. Am Einreiseschalter sollte man seinen gültigen Reisepass und die ausgefüllte, unterschriebene Zollerklärung (Customs Declaration) bereithalten
· Die Einfuhr von Waffen, Munition, Drogen, Perlen sowie Videos beziehungsweise Literatur mit pornographischen Inhalten oder Bildern ist verboten.
Flughafen
· Der Internationale Heydar-Aliyev-Flughafen liegt etwa 25 Kilometer von Baku entfernt
Währung
· Die nationale Währung Aserbaidschans heißt Manat (AZN – Azerbaycan Yeni Manati)
· Devisen dürfen – deklariert – uneingeschränkt eingeführt werden. US-Dollar und Euro können in den Hotels (meistens zu einem ungünstigen Wechselkurs) bzw. Wechselstuben und Banken der Stadt problemlos getauscht werden.
· Kreditkarten werden nur in großen Geschäften sowie in den Hotels akzeptiert.
· Die Öffnungszeiten der Banken sind Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr.
Telefon
· Telefonieren aus Deutschland nach Aserbaidschan: 00994(plus für Baku)
· Telefonieren aus Aserbaidschan nach Deutschland: 0049 (plus Vorwahl ohne „0“)
· Öffentliche Telefone in der Stadt sind nur für Ortsgespräche bestimmt.
Transport
· Taxis stehen am Flughafen für den Transport in die Stadt zur Verfügung. Die Fahrtdauer beträgt ohne Staus etwa 30 Minuten und der Preis sollte 30 AZN nicht überstreiten.
· Im Stadtzentrum fahren außer öffentlichen Taxis auch viele Privatwagen. Für diesen Service muss man am Straßenrand einfach den Arm heben. Fahrpreise sollte man generell vor der Abfahrt aushandeln, da die Fahrer zumeist überhöhte Preise verlangen. Eine Taxifahrt kostet etwa 5 bis 10 AZN. Die Kommunikationsmöglichkeiten mit den Fahrer beschränken sich zumeist auf Aserbaidschanisch oder Russisch; daher sollte man sich sein Hotel, bzw. Fahrtziel aufschreiben lassen.
· Busse und Metro sind oft überfüllt und deren Benutzung – auch aufgrund der Sprachbarriere und der technischen Sicherheit – nicht ratsam.
Ausreise
· Die lokale Währung darf nicht ausgeführt werden; Devisen nur in der Höhe des deklarierten Betrages bei der Einreise (abzüglich der Ausgaben)
· Für die Ausfuhr von Teppichen, die vor 1960 hergestellt wurden, sind ein Gutachten vom Kulturministerium sowie eine Lizenz vom Ministerium für Außenwirtschaftliche Beziehungen erforderlich.
Wissenswertes für den Aufenthalt
Klima
Das Klima am Kaspischen Meer ist kontinental und verfügt über heiße Sommer (über 30 Grad Celsius) und kühle Winter mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. In den Bergregionen kann es ganzjährig recht kühl werden.
Durchschnittliche Temperatur in °C Regentage pro Monat
Tag Nacht
Jan 6 2 5
Feb 4 1 5
Mär 4 1 5
Apr 10 8 3
Mai 19 15 1
Jun 24 20 0
Jul 35 25 0
Aug 35 25 0
Sep 27 24 2
Okt 19 17 3
Nov 13 11 3
Dez 8 6 5
Kleidung
In Aserbaidschan ist es ausreichend, auf praktische und legere Kleidung zurückzugreifen. Für ein geschäftliches Treffen oder einen Opernbesuch empfiehlt sich elegante, korrekte Garderobe. Für die heißen Sommer empfiehlt sich leichte bedeckende Baumwollkleidung.
Hotels
Die Qualität der meisten Hotels in Baku kann grundsätzlich nach westlichen Maßstäben bemessen werden jedoch nicht allen und vor allem denen in den Regionen Aserbaidschans. Sie werden aber ständig verbessert.
Restaurants
Die Versorgung in Aserbaidschan im allgemeinen und in Baku im besonderen ist gut; an jeder Ecke gibt es Kioske und Dönerbuden mit Snacks und Getränken, die hygienisch unbedenklich sind. Die Hauptstadt verfügt darüber hinaus über eine Rehe von Restaurants, die westlichen Standart anbieten. In vielen Restaurants werden landestypische und internationale Speisen angeboten. Eine Tischreservierung ist immer empfehlenswert. Das Baku-Info.de Team empfiehlt folgendende Restaurants:
- Der Mugam Club bietet in sehr schönem Ambiente aserbaidschanische und europäische Spezialitäten an (recht teuer). Rasayev Prospekt 9, Nähe Mädchenturm.
- Karvansara Bar-Restaurant – aserbaidschanische Küche, verschiedene Kebabs und nationale Spezialitäten. Qala str. 11 Itscherischeher, Nähe Mädchenturm. Tel (994 12) 4926668, 4927880
Einkaufen
Aserbaidschanische Reiseandenken kann man auf dem Bazar und auf der berühmten Bakuer Fußgängerzone „Nizami kücesi“ erstehen. Die Waren sind qualitativ hochwertig und haben auch ihren Preis! Natürlich ist Handeln angesagt. In vielen Fällen sind US-Dollar und Euro als Zahlungsmittel willkommen. Im Osten Bakus liegt der Orientalische Bazar, eine Markthalle, in der Artikel für den alltäglichen Bedarf und traditionelle Handwerkskunst zu finden sind. Ein weiterer empfehlenswerter Markt ist der Tese Bazar, der sich in der Nähe des Staatszirkus und der Blauen Moschee befindet. Beliebte Mitbringsel aus Aserbaidschan sind:
· Echte aserbaidschanische Teppiche
· Keramikererzeugnisse (Schalen)
· Kunstgewerbe
· Einheimische Seidenstoffe (zum Beispiel aus Scheki)
Kaviar kann in verschiedenen Mengen und Qualitäten im Lebensmittelgeschäften oder auf den Märkten gekauft werden; die Ausfuhr von Kaviar ist allerdings eingeschränkt.
Für die Ausfuhr von Teppichen und anderen Kunstgegenständen, die vor 1960 hergestellt wurden, benötigt man eine Genehmigung des Kulturministeriums. Artikel, die in Galerien oder staatlichen Läden gekauft werden, verfügen meistens über diese Bescheinigung. Teppiche kann am besten direkt in einer Teppichweberei bestellen und einkaufen (Böyuk Gala kücesi 20)
Die Geschäfte sind in der Regel täglich von 10 bis 21 Uhr geöffnet.
Lokale Zeit
Der Zeitunterschied zwischen Aserbaidschan und Deutschland beträgt plus drei Stunden.
Strom
Die Stromspannung in Aserbaidschan beträgt 220 Volt/50 Hertz
Maße und Gewichte
In Aserbaidschan wird das metrische System verwendet
Trinkgeld
Dienstleistungen sollten honoriert werden. In Restaurants sind 10 % der Rechnung üblich. Aber auch Zimmermädchen, Gepäckträger und andere Dienstleistende freuen sich über ein kleines Trinkgeld
Post
- Die Post ist Montag bis Freitag, von 9 bis 17 Uhr geöffnet.
- Die Hauptpost befindet sich auf dem Azerbaycan Prospekt.
Gesundheit und Hygiene
Auch für Aserbaidschan gelten die allgemeinen gültigen Hygienemaßnahmen. Darüber hinaus sollte man folgende Sicherheitsvorkehrungen einhalten: Man sollte lieber kein Leitungswasser trinken. Sicher dagegen sind frische abgekochter Tee oder Kaffee und maschinell abgefüllte Mineralwasser und Getränke. Ferner sollte man den Genuss folgender Speisen und Getränke meiden: schlecht durchgekochte oder durchbratene Fisch-, Geflügel- und Fleischgerichte, Salate, Mayonnaise, ungewaschenes Obst, rohes Gemüse sowie unbehandelte Milch- oder Milchprodukte. In der Regle ist die Milch nicht pasteurisiert und sollte daher abgekocht werden.
· Empfehlenswert ist die Mitnahme eines Mückenschutzmittels, wenn die Reise im Sommer bevorsteht.
· Für aktuelle Informationen über notwendige Impfungen sollte man sich vor der Abreise bei der Botschaft oder dem Gesundheitsamt erkundigen.
· In Aserbaidschan besteht kein Mangel an Medikamenten und Hygieneartikeln. In Baku gibt es sogar eine deutsche Apotheke.
Sicherheit
- Grundsätzlich sollte man eine Identitätskarte (zum Beispiel Hotelausweis) bei sich führen
- Im Gegensatz zu anderen Staaten der südkaukasischen Region, ist die Straßenkriminalität in Baku derzeit niedrig. Tagsüber kann man gefahrlos in der ganzen Stadt zu Fuß gehen. Das gilt auch für die Benutzung von Taxis. Man sollte sich aber auch hier vor Taschendieben in acht nehmen. Nach Anbruch der Dunkelheit außerhalb des Innenstadtbereichs ist es am besten, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist.
- Der Autoverkehr in Baku ist undiszipliniert und rücksichtslos. Fußgänger sollten beim Überqueren der Straßen besonders vorsichtig sein.
SOS-Notrufnummern
Feuer 101
Polizei 102
Ambulanz 103
Botschaft
Deutsche Botschaft Baku
ISR-Plaza, Nizami str. 340
+994 4654100
Aus dem Lufthansa-Reiseführer „Sitten, Gebräuche und Empfehlungen rund um die Welt: Aserbaidschan“ mit redaktionellen Ergänzungen
Empfehlungen für Baku
Sehenswürdigkeiten
In der Hauptstadt Aserbaidschans Baku leben etwa drei Millionen Menschen. Sehenswürdigkeiten der europäisch geprägten Hauptstadt sind prachtvolle Gebäude aus der Zeit des Ölbooms um die Jahrhundertwende (Mehr zum Thema die Bakuer Architektur und der Bauboom um die Jahrhundertwende in der Rubrik „Tour de Baku“), eine typisch mittelalterliche Altstadt „“Itscheri Scheher“ mit Stadtmauer, zahlreichen Moscheen und Karanwansereien. Diese ehemaligen Unterkünfte für Karawanen dienen heute zum Teil als Restaurants so wie z. B. „Mugam Club“ und „Karawansara“ beide befinden sich in der Nähe vom Mädchenturm – Qis Qalasi.
Der Reichtum der Stadt basiert aus der Zeit der Ölfunde im 19. Jahrhundert. Um die Jahrhundertwende war die Halbinsel Abscheron einer der bedeutendsten Hauptförderplätze für Öl in der Welt. Seit 1935 wird das Öl von künstlichen Plattformen im Kaspischen Meer gefördert.
· Einen herrlichen Blick über die Stadt und das Kaspische Meer hat man vom Wahrzeichen der Stadt, dem sogenannten Mädchenturm – Qis Qalasi, der im 12 Jahrhundert erbaut wurde und allen Eroberungsversuchen widerstand.
· Sehenswert ist der prächtige Schirvanschah Palast in Itscheri Scheher.
· Die älteste Moschee der Stadt, das Synykh-Qala-Minarett, wurde im Jahr 1093 erbaut.
· Architektonisch interessant ist der 1926 im orientalischen Still erbaute Bahnhof Sabuntschi Vogsal.
· Angefangen im siebten Jahrhundert vor Christus verbreitete sich im Laufe der nächsten 800 Jahre in der Region die altpersische Religion des persischen Religionsstifters Zarathushtra, deren Spuren in Aserbaidschan auch heute noch zu finden sind. Im Ateschgah-Tempel kann man das ewige Feuer einer vorislamischen Religion der zoroastrischen Feueranbeter, besichtigen.
· Empfehlenswert für einen Spaziergang sind die zwei Kilometer lange Promenade am Ufer des Kaspischen Meeres und der anschließende Daghlig Park (Bergpark), wohin eine Seilbahn – genannt Funikulyor – fährt. Entlang der Promenade und in fast allen Grünanlagen der Stadt gibt es etliche Teehäuser und Cafes.
Ausflüge
Aserbaidschan grenzt im Norden an Russland, im Nordwesten an Georgien, im Süden an den Iran, im Osten an das Kaspische Meer und im Sudwesten an die Türkei und die Republik Armenien.
Das Land bietet viele interessante historische Ausflugsziele und eine reizvolle Landschaft (Kleiner und Großer Kaukasus, Mugan-Steppen, Kaspisches Meer)
· Der Strand und das Meer nördlich der Stadt (etwas 30 Autominuten) sind relativ sauber und bieten sich für einen Tagesausflug an
· Etwa 70 Kilometer von Baku entfernt befindet sich der kleine Ort Gobustan, in dem man etwa 10 000 Jahre alte Felsmalereien bewundern kann. Sie setzen einen großen Meilenstein in der Geschichte des Landes und beweisen, dass es zu jener Zeit bereits selbständige Herrschaftsgebiete in der Region gab. Die Festmalereien berichten vom täglichen Leben der damaligen Bewohner; die häufigsten Motive sind Tierdarstellungen, Jagdszenen, rituelle Tänze, Schiffe und religiöse Elemente.
· Etwa zwei Stunden von der Hauptstadt entfernt befindet sich im Kaukasus-Vorgebirge der Ort Quba, der eine hübsche, grüne Landschaft mit Obstanbau zu bieten hat. Der Ort bietet auch einen Einblick in das traditionelle aserbaidschanische Leben, denn es gibt typische flachgedeckte Häuser aus Stein oder Lehm, verschlungene Gassen, orientalische Badehäuser und aserbaidschanisches Kunstgewerbe zu besichtigen. Auch gibt es hier etliche religiöse Stätten, wie einen Tempel der Feueranbeter oder moslemische Moscheen und Mausoleen, zu sehen. Nicht weit von Quba entfernt, befindet sich das von der übrigen Welt durch schlechte bis gar keine Straßen im Winter abgeschottete etwa tausend Menschen große Dorf Khynalyq, wo man den Alltag vor einigen Jahrhunderten heute erleben kann.
· Auf der Halbinsel Abscheron kann man verschiedene Festungen aus dem 14. Jahrhundert besichtigen, die der Schah von Schirvan als Verteidigungsposten gegen Angreifer errichten ließ. Am sehenswertesten sind die Burgen in Ramana, Nardaran und Märdakän. Ein Teil der Halbinsel steht unter Naturschutz.
· Etwa 400 Kilometer von Baku entfernt befindet sich Scheki, eine der ältesten Siedlungen des Kaukasus. An die einstige Bedeutung als wichtigstes Handelszentrum erinnern eine alte Festung, der Sommerpalast, Karawansereien und der Bazar.
Kulturelles
- In Baku werden Ballett-, Opern-, Konzert- und Theaterveranstaltungen auf hohem kulturellen Niveau angeboten. Bekannte Veranstaltungshäuser sind das Akhundov-Theater für Oper und Ballett oder die M. Magomayev Staatsphilharmonie (Istiglaliyat Prospekt 2).
- In Baku gibt es einen festen Zirkus, den aserbaidschanischen Staatszirkus (S. Vurgun Prospekt)
- Ergibt sich die Möglichkeit, sollte man an einer folkloristischen Veranstaltung teilnehmen. Im 21. März finden landesweit Folklorefeste statt. In Baku finden unterschiedliche renommierte Festspiele wie „Baku International Jazz Festival“, „East and West Filmfestival“ und andere statt.
- Auch der Besuch des Puppentheaters ist sehr interessant, um alleine das 2008 aufwendig renovierte Theatergebäude, das Anfang des 20. Jahrhundert als Casino gebaut wurde, zu besichtigen.
Aus dem Lufthansa-Reiseführer „Sitten, Gebräuche und Empfehlungen rund um die Welt: Aserbaidschan“ mit redaktionellen Ergänzungen
Land und Leute
Bevölkerung
Die Aserbaidschaner sind Nachfahren verschiedener kaukasischer Völker. Heute leben in der Kaukasusrepublik etwa 8,5 Millionen Menschen. Davon sind 85,4 Prozent Aserbaidschaner, vier Prozent Russen und zwei Prozent Armenier. Darüber hinaus leben im Land tatarische, jüdische, ukrainische, dagestanische und georgische Minderheiten. Genetische Untersuchungen haben bewiesen, dass Aserbaidschaner mit Georgiern und Völkern Dagestans verwandt sind, wobei kulturell sind sie mit anatolischen Türken eng verbunden.
Erwähnenswert ist, dass im Südaserbaidschan dem Teil der Islamischen Republik Iran mit etwa 25 Millionen Aserbaidschaner mehr Angehörige des Volkes als im souveränen Heimatland leben. In der Türkei leben etwas zwei Millionen Aserbaidschaner und in den Nachfolgestaaten der UdSSR mehr als zwei Millionen. Weltweit sollen rund 40 Millionen Aserbaidschaner leben.
Tradition und Kultur
Seit jeher berichten Reisende (zum Beispiel Marco Polo) und Händler über das exquisite aserbaidschanische Kunstgewerbe. Das Kulturgut ist auch heute noch allgegenwärtig und wird konsequent gepflegt.
Die aserbaidschanische Handwerkskunst umfasst vor allem die Herstellung von kunstvollen Teppichen (Mehr zum Thema „Teppichweberei“ in der Rubrik „Teppichkunst“), wunderschönen Kupfer und Goldschmiedearbeiten, farbenfrohen Stickereien oder aufwendigen Seidenwebereien.
Eine der ältesten Kunstformen der Kaukasusrepublik ist die Herstellung von Teppichen. Die Fertigkeiten des Handwerks werden seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitervermittelt. Exponate der außergewöhnlich schönen Teppiche können in bekannten Museen der ganzen Welt, so zum Beispiel im Pariser Louvre oder Londoner Victoria and Albert Museum, besichtigt werden. Heute werden sowohl nach klassischen Mustern als auch nach modernen Motiven geknüpft.
Auf Aserbaidschans Vergangenheit als bedeutender Seidenproduzent (Blütezeit im 17. Jahrhundert) gehen die prachtvollen Nationaltrachten der Menschen des Landes zurück. Die einzelnen Kostüme sagen zumeist etwas über den Familienstatus oder das Alter des Trägers aus; so ist die Kleidung eines jungen Mädchens beispielweise farbenfroher und attraktiver als die einer verheirateten Frau. Heute kann man die Kleidung noch bei Folksoreveranstaltungen bewundern. Aber auch im täglichem Leben, vor allem auf dem Land, schmücken sich viele Frauen mit bunten Tüchern und dekorativem Zubehör.
Bemerkenswert sind auch die Werke moderner aserbaidschanischer Maler, die eine Mischung aus östlicher und westlicher Kultur sowie religiösen Einflüssen darstellen. Bedeutende Künstler des Landes sind Farman Gulamov und Shahpanang Mamedov.
Das orientalische Neujahrsfest, Novruz Bayram, wird in Aserbaidschan sehr feierlich begangen; die Straßen werden geschmückt, es wird getanzt und die Familien kommen zu Feiern zusammen. Für die Feierlichkeiten wird viel gebacken, vor allem leckere Süßigkeiten.
Deutsch-aserbaidschanische Beziehungen
Die deutsch-aserbaidschanische Beziehungen können auf eine fast zweihundertjährige Geschichte zurückblicken. Anfang des 19. Jahrhunderts besiedelten Auswanderer aus Schwaben den Kaukasus und ließen sich unter anderem in der Nähe der aserbaidschanischen Stadt Gandscha nieder. Die Spuren ihrer Besiedlung sind nicht nur dort, sondern auch in Baku (evangelisch-lutherische Pfarrkirche und das Kapellhaus, der ehemalige Gemeindesaal der evangelischen Gemeinde, der jetzt als deutsch-aserbaidschanische Kulturzentrum agiert. 28. Mai Str. 15) bis zum heutigen Tage sichtbar. Im allgemeinen erinnern sich Aserbaidschaner gern an die Zeit der deutschen Besiedlung im Kaukasus (bis 1941) zurück und verbinden damit insbesondere Landwirtschaft und die Leistungen der deutscher Architekten.
Deutschlandbild in Aserbaidschan
Das Deutschlandbild in Aserbaidschan ist durchweg positiv. Für die aserbaidschanische Öffentlichkeit ist insbesondere die deutsche Wirtschaftskraft prägend für ihre Vorstellung von Deutschland. Daneben wird Deutschland als ein wichtiger Partner Aserbaidschans in der Europäischen Union gesehen.
In wirtschaftlicher Hinsicht wird Deutschland als wichtige Wirtschaftsmacht wahrgenommen. Wirtschaftliche Probleme in Deutschland werden dabei kaum bis überhaupt nicht wahrgenommen.
Auch politisch genießt Deutschland in der aserbaidschanischen Öffentlichkeit ein großes Ansehen. Deutschland wird als wichtiger Partner Aserbaidschans auf dem Weg in die euroatlantischen Strukturen gesehen. Allgemein ist anzumerken, dass gerade die Positionierung fremder Staaten im Hinblick auf den Berg Karabagh-Konflikt für das Bild des jeweiligen Landes in Aserbaidschan prägend ist. Deutschland wird als ehrlicher Makler ohne eigene geostrategische Interessen gesehen. So zum Beispiel findet das deutsche Bekenntnis zur territorialen Unversehrtheit Aserbaidschans regelmäßig positive Erwähnung in Presse und Fernsehen. Dieser deutliche Standpunkt verstärkte die Wahrnehmung Deutschlands in der aserbaidschanischen Öffentlichkeit als wichtiger Partner Aserbaidschans.
Aus dem Lufthansa-Reiseführer „Sitten, Gebräuche und Empfehlungen rund um die Welt: Aserbaidschan“ mit redaktionellen Ergänzungen.
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